Jeder 4te Fernverkehrszug-Halt war im Juni 2015 verspätet

Laut der offiziellen Statistik der Deutschen Bahn, war jeder 4te Fernverkehrszug-Halt im Juni 2015 um 5 Minuten verspätet (25,5%) und jeder 10te (10,2%) Fernverkehrszug-Halt hatte eine Verspätung von mindestens 15 Minuten.

Erhebungsgrundlage ist der Anteil pünktlicher Halte in Bezug auf alle Unterwegs- und Endhalte. Dabei fließen alle Verkehrshalte in die über 20.000 Fernverkehrsfahrten in die Erhebung ein.

Aber seien wir mal ehrlich, 5 – 15 Min Halte-Verspätung sind bei einem solchen Großbetrieb wie die Bahn zu verkraften. Es sei denn, diese Verspätung führt dazu, dass der Anschlusszug verpasst wird. Dann wird es ärgerlich.

6 Millionen Menschen in Fernverkehrszügen im Juni 2015?
Wir machen dazu mal eine kleine Rechnung mit konservativen Annahmen auf:
Wir gehen von durchschnittlich 6 Stationen inkl. Start und Endbahnhof eines Fernverkehrzuges aus.
Dann ziehen 20.000 Fernverkehrsfahrten rund 120.0000 Verkehrshalte (also Abfahrten/Ankünfte an Bahnhöfen) nach sich.
An jedem Bahnhof steigen (aus unserer Sicht sehr konservativ) durchschnittlich 50 Menschen ein und aus dem Zug – also 120.000 Halte x 50 Menschen = 6 Millionen Menschen.

21,8 Jahre Wartezeit durch Zugverspätung?
Wenn jetzt also 25,5% der Halte mindestens 5 Minuten bis maximal 15 Minuten verspätet sind nehmen wir für den Durchschnitt einmal 7,5 Minuten an. Das bedeutet einfach: 6 Millionen Menschen x 25,5% Verspätungen = 1.53 Mio Menschen die auf den Zug durchschnittlich 7,5 Minuten gewartet haben. Das sind dann 1,53 Millionen Menschen x 7,5 Warteminuten = 11.475.000 (in Worten Elfmillionenvierhunderfünfundsiebzigtausend) Warteminuten für die Menschen.
In Jahren bedeutet dies: 21,83 Jahre, die die Bahn durch Unpünktlichkeit im Juni 2015 gesamt Ihren Kunden geklaut hat.
Die Zahlen können natürlich abweichen, da wir hier von Annahmen ausgehen.

Wir von Choo gehen davon aus, dass ca. 150.000 der 1,5 Mio Menschen so lange warten mussten, dass sie eine Erstattung bei Zugverspätung hätten einfordern können. Das heißt, dass 1,5 Mio Menschen länger als 60 Minuten gewartet haben oder durch die Verspätung einen Anschlusszug verpasst haben, der ebenfalls zu einer Erstattung führt.